Bandscheibenvorfall

Ein Bandscheibenvorfall, auch als Diskushernie bekannt, ist weit verbreitet, wobei rund 5% der Bevölkerung mindestens einmal im Leben davon betroffen sind. Dies liegt an der natürlichen Alterung und dem Verschleiß der Wirbelsäule, der schon ab dem 20. Lebensjahr beginnen kann. Der Verschleiß führt dazu, dass Teile des Bandscheibengewebes durch den geschwächten äußeren Faserring in den Spinalkanal gelangen können, wo sie Nerven und das Rückenmark einklemmen. Faktoren wie einseitige Belastungen und eine unausgeglichene Körperhaltung, besonders beim Heben, tragen zu einem Bandscheibenvorfall bei. Die Folgen sind Rückenschmerzen und möglicherweise Gefühle der Taubheit in Armen und Beinen.

Häufig kann sich ein Bandscheibenvorfall selbstständig zurückbilden oder reagiert gut auf nicht-operative, konservative, Behandlungsmethoden. Eine chirurgische Intervention wird in Betracht gezogen, wenn ausgeprägte neurologische Defizite vorliegen oder wenn intensive Schmerzen trotz der Anwendung von Medikamenten, physiotherapeutischen Maßnahmen und entzündungshemmenden Injektionen über einen Zeitraum von 6 bis 12 Wochen bestehen.

Die bevorzugte Behandlungsmethode ist eine minimalinvasive-mikrochirurgische Operation, die durch einen gewebeschonenden Schnitt und unter Nutzung eines hochauflösenden Operationsmikroskops durchgeführt wird. Die Erfolgsraten dieser operativen Methode sind, bei sorgfältiger Auswahl der Patienten, höher als die langfristige Fortsetzung einer konservativen Behandlung, wie durch Studien belegt.

Was ist die Aufgabe der Bandscheibe?

Die Bandscheibe fungiert als knorpelige Verbindung und Stoßdämpfer zwischen zwei benachbarten Wirbeln, wodurch sie die Wirbelsäule sowohl stabilisiert als auch deren flexible Bewegung ermöglicht. Insgesamt besitzt der Mensch 23 dieser Bandscheiben, die sich vom zweiten Halswirbel bis zum Steißbein erstrecken und somit eine essentielle Rolle für die Beweglichkeit der Wirbelsäule spielen.

Eine Bandscheibe setzt sich aus einem gelartigen Innenkern (Nucleus pulposus), einem starken äußeren Faserring (Anulus fibrosus) und knorpeligen Endplatten, die in die Wirbelkörper übergehen, zusammen. Dieser Aufbau erlaubt eine gleichmäßige Verteilung des Drucks von einem Wirbelkörper zum nächsten.

Bandscheibenvorfall  - Volkskrankheit?

Mit dem Altern der Wirbelsäule beginnen bereits ab dem 20. Lebensjahr Verschleißerscheinungen, die durch einseitige körperliche Belastung, ungeeignete Körperhaltungen beim Heben und andere Faktoren noch beschleunigt werden können. Genetische Prädispositionen können ebenfalls zu einer schnelleren Abnutzung der Bandscheiben beitragen, wodurch ein Verschleiß nahezu unvermeidlich ist.

Obwohl Veränderungen an der Wirbelsäule und Vorwölbungen der Bandscheibe bei vielen Menschen im MRT sichtbar sind und meistens keine Symptome verursachen, erleiden etwa 5% der Bevölkerung mindestens einmal im Leben einen Bandscheibenvorfall, was die Erkrankung zu einer verbreiteten gesundheitlichen Herausforderung macht.

Was geschieht bei einem Bandscheibenvorfall?

Ein Bandscheibenvorfall, auch bekannt als Diskushernie oder Nucleus-pulposus-Prolaps, entsteht, wenn durch Risse im äußeren Bindegewebering, Gewebe des inneren Kerns in den Spinalkanal oder in Richtung der Nervenwurzeln austritt. Eine Bandscheibenprotrusion bezeichnet die Vorwölbung des Faserrings, während bei einem sequestrierten Bandscheibenvorfall ein Teil der Bandscheibe vollständig ablöst und in den Spinalkanal gelangen kann, was Nerven oder das Rückenmark beeinträchtigen kann. Die Symptome variieren je nach Größe und Position des Vorfalls.

Was für Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

In Fällen, die keine sofortige Operation erfordern, besteht die konservative Behandlung in einem interdisziplinären Therapieansatz aus Schmerztherapie und Physiotherapie. Die meisten Bandscheibenprobleme verbessern sich durch Ruhe, Medikamente und Physiotherapie innerhalb von Wochen. Sollten sich die Schmerzen nach 6 Wochen nicht verbessern oder treten schwerwiegende Symptome wie Kraftverlust oder Blasenstörungen auf, wird eine operative Behandlung in Erwägung gezogen. Ein dringender Eingriff und entsprechend auch eine notfallmäßige Zuweisung ist bei komplettem Kraftverlust oder Blasenentleerungsstörungen notwendig.