Osteoporotische Fraktur eines Wirbelkörpers
Osteoporose ist eine Krankheit des Knochenstoffwechsels, die hauptsächlich ältere Menschen betrifft. Sie führt zu einem langsamen Abbau der Knochenstabilität, wodurch die Knochenmasse abnimmt und die Knochen dünner und poröser werden. Dies erhöht das Risiko von Knochenbrüchen. Osteoporotische Frakturen führen in weiterer Folge zu einer Reduktion der Mobilität. Dies kann zur Isolation, Depression, Verlust der Autonomie und erhöhter Mortalität führen. Vor allem bei der weiblichen Bevölkerung kommt es im Alter, aufgrund hormoneller Veränderungen in der Menopause, zu Osteoporose. Aber auch bei Männern kann es vorkommen. Ursachen sind fehlende körperliche Aktivität, langjährige Glucokortikoideinnahme und Nierenerkrankungen.
Symptome
Zu den typischen Symptomen zählen Rückenschmerzen, die sich oft verschlimmern, und Nervenkompressionen, die zu sensorischen und motorischen Ausfällen führen können.
Die Diagnose von Osteoporose erfolgt durch Messung der Knochendichte, wobei der T-Wert vergleichend zu einem 30-jährigen gesunden Erwachsenen bestimmt wird. Werte zwischen -1,0 und -2,5 deuten auf eine Vorstufe, die Osteopenie, hin, während Werte unter -2,5 eine Osteoporose anzeigen.
Konservative Behandlungsmöglichkeiten
Unabhängig davon, ob eine konservativer oder operativer Therapieansatz verfolgt wird, sollte eine medikamentöse Therapie in jeden Fall veranlasst werden. Durch eine laborchemische Kontrolle werden Calcium, Vitamin D und weitere Faktoren des Knochenstoffwechsels bestimmt, bevor eine medikamentöse (Calcium, Vitamin D3, Bisphosphonate) Therapie eingeleitet wird.
Sofern keine neurologischen Ausfälle vorliegen und bei fehlenden knöchernen Absprengungen der Wirbelkörperhinterkante kann eine konservative Therapie durchgeführt werden. Das oberste Ziel ist es, eine schnelle und schmerzfreie Mobilisation des Patienten zu erzielen. Das Tragen eines Korsetts für mindestens sechs Wochen kann die Heilung des Knochens unterstützen. Die analgetische Therapie (Schmerztherapie) mit Medikamenten ist sinnvoll, um die Mobilität mittels physiotherapeutischer Beübung zu fördern.
Wenn trotz konservativer Behandlung keine Beschwerdelinderung eintritt, die Mobilität weiterhin eingeschränkt ist und die Lebensqualität nicht mehr im gewünschten Maße gegeben ist, kann eine operative Therapie angedacht werden.
Operative Behandlungsmöglichkeiten
Ob eine Operation notwendig wird und welche Technik angewandt wird, ist abhängig vom Grad der Wirbelkörperdeformation und der Kompression von Nerven.
Grundsätzlich reicht oftmals die Vertebroplastie aus, bei der der Wirbelkörper durch Injektion von Zement stabilisiert wird, aus. Es gibt auch die Möglichkeit mittels Kyphoblastie, wo ein Ballon zuerst im Wirbelkörper aufgeblasen wird um diesen wieder aufzurichten, bevor Zement injiziert wird, zu stabilisieren. Der Vorteil bei diesem minimal-invasivem Vorgehen ist, dass diese bei multimorbiden Patienten auch in Teilnarkose durchgeführt werden könnten, wohingegen andere komplexere Verfahren in Vollnarkose durchgeführt werden müssten.
Bei schweren Wirbelkörperfrakturen mit Kompression des Spinalkanals oder bei Verkrümmung der Wirbelsäule muss ggf. neben einer Dekompression der Spinalkanals eine operative Stabilisierung erfolgen. Auch eine komplette Entfernung des Wirbelkörpers ist, bei kompletter Zerstörung von diesem, möglich. Hier muss ein Wirbelkörperersatz implantiert werden.
Erfolgschancen und Nachbehandlung
Die stationäre Verweildauer ab Operation beträgt 2 bis 4 Tage. Ziel sind trockene Wundverhältnisse, erträgliche Schmerzen sowie eine gute Mobilisation.
Die minimalinvasiven Operationen (Vertebroplastie/Kyphoplastie) können oft zu einer deutlichen Reduktion der Rückenbeschwerden und Verbesserung der Lebensqualität führen.